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10.03.2026
16:36 Uhr
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Der Bundesumweltminister bekräftigt, dass Deutschland am Ausstieg aus der Kernkraft festhält. Carsten Schneider reagiert damit auf eine Ankündigung von der Leyens.

Nach den Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Atomkraft hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) der EU eine "rückwärtsgewandte Strategie" vorgeworfen. Zugleich bekräftigte er, dass Deutschland am Ausstieg aus der Kernkraft festhalten will. Es spreche Bände, dass der Kern dieser Strategie aus neuen Subventionen für Kernkraftwerke bestehe, sagte Schneider. "Wenn eine Risiko-Technologie nach einem Dreivierteljahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen." Schneider reagierte damit auf Äußerungen von der Leyens, die zuvor die Abkehr von der Atomkraft als "strategischen Fehler" bezeichnet hatte . Sie bezeichnete die Technologie auf einem Atomenergie-Gipfel in Frankreich als "zuverlässige, bezahlbare Quelle für emissionsarmen Strom". Zudem kündigte sie neue Finanzhilfen der EU für Atomenergie an. Merz bezeichnet Atomausstieg als bedauerlich, aber irreversibel "Noch mehr Steuergeld für neue Risikoreaktoren auszugeben, lehne ich ab", sagte Umweltminister Schneider. Für den Bau neuer Reaktoren sei sehr viel Geld nötig, das dann an einer anderen Stelle fehle. "Dazu kommt: Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und ringen stattdessen um Subventionen." Deutschland halte am Aufstieg fest, sagte Schneider. Das Land sei dank des Atomausstiegs "ein ganzes Stück sicherer geworden". Der vor 15 Jahren erreichte Atomkonsens habe Deutschland zudem gutgetan. Schneider betonte die Vorteile erneuerbarer Energien : "Sauberer, ungefährlicher Strom aus Wind und Sonne ist günstiger, treibt längst die Energiewende an und produziert keinen strahlenden Müll." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte zu den Äußerungen von der Leyens, es werde nicht überraschen, "wenn ich sage, dass ich persönlich die Einschätzung von Frau von der Leyen teile". Allerdings hätten frühere Bundesregierungen entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen, und dieser Beschluss sei irreversibel. "Ich bedaure das, aber es ist so, und wir konzentrieren uns jetzt auf die Energiepolitik, die wir haben".