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28.09.2026
12:21 Uhr
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Zwei Drittel aller Frauen schränken ihre Nutzung von Onlinediensten laut einer Umfrage ein. Der Grund: Männer. Eine strengere Gesetzgebung lässt weiter auf sich warten.

Sexualisierte Darstellungen, Drohungen und Belästigungen führen einer Umfrage zufolge zu einem Rückzug von Frauen aus digitalen Räumen. Wie aus einer Umfrage im Auftrag des Deutschen Frauenrats hervorgeht, schränken zwei Drittel (67 Prozent) aller Frauen inzwischen ihre Aktivitäten im Netz ein, teilen etwa weniger Fotos und Informationen. Bei den 18- bis 39-Jährigen ziehen sich sogar drei Viertel (76 Prozent) zurück. Befragt wurden den Angaben zufolge knapp 1.400 repräsentativ ausgewählte Frauen im April und Mai durch das Bilendi-Institut. Der Jenaer Soziologe Matthias Quent sprach von einer Einschüchterung von Frauen im Netz, die Konsequenzen habe: Denn während sie weniger sichtbar würden, würden Inhalte auf sozialen Netzwerken immer mehr von Männern geprägt. Diese sogenannte Manosphere lasse ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit entstehen, sagte Quent. Frauenrat-Geschäftsführerin Judith Rahner bezeichnete den Rückzug von Frauen als »Demokratieproblem«. Betroffene müssten schnell und wirksam vor sexualisierter Gewalt geschützt werden. Dazu gehöre ein umgehendes Löschen der betreffenden Inhalte. Auch brauche es mehr Prävention. »Nicht die Frauen müssen im Netz verschwinden, sondern die problematischen Bilder«, sagte Rahner. »Da rollt noch eine große Welle auf uns zu« Zudem müssten Plattformbetreiber und KI-Anbieter in Verantwortung genommen werden. Dafür, dass es künstliche Intelligenz noch gar nicht so lange gebe, sei die Zahl der von KI generierten Gewaltbilder bereits hoch. »Da rollt noch eine große Welle auf uns zu«, sagte Rahner. Die Befragung zeigt, dass gefälschte, mit künstlicher Intelligenz erstellte Nacktbilder oder sexualisierte Deepfakes schon Alltag für viele Frauen sind: 13 Prozent aller Befragten haben damit Erfahrungen gemacht, bei den 18- bis 39-jährigen Frauen ist es sogar jede fünfte (21 Prozent). Knapp ein Drittel der Frauen zwischen 18 und 39 Jahren und insgesamt 14 Prozent aller befragten Frauen haben laut dem Befund bereits erlebt, dass intime Bilder ohne Einwilligung digital verbreitet wurden. Dazu gehörten etwa Nacktfotos oder private Videos, die in Chats oder auf Pornoseiten landeten. In ihren Erfahrungsberichten schildern die Befragten unter anderem, wie Männer sie mit Deepfakes zu erpressen versuchten und ihnen mit Vergewaltigung drohten. »Mir wurde über einen Chat gedroht, wenn ich nicht das mache, was er will, lädt er ein Video hoch, wo wir Sex hatten. Habe ihn dann angezeigt«, sagte eine der Frauen. Strengere Gesetzgebung muss noch durchs Kabinett Die Schauspielerin Collien Fernandes, die ihre Erfahrungen mit digitaler sexualisierter Gewalt im Frühjahr öffentlich gemacht und damit eine Debatte ausgelöst hatte , sprach sich dafür aus, bei dem Thema mehr Druck auf die Politik zu machen. Sie wünsche sich flächendeckende Schulungen für Menschen, die Anzeigen von Frauen entgegennehmen, sagte Fernandes. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte im April Pläne vorgestellt, nach denen schon das Erstellen ungewollter sexualisierter Darstellungen unter Strafe gestellt wird . Sie müssen noch von der gesamten Bundesregierung gebilligt und dann im Bundestag beraten werden.