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01.10.2026
17:01 Uhr
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Im Januar war Renée Good in Minneapolis von einem ICE-Beamten mit drei Schüssen getötet worden. Ihre Familie wirft der Trump-Regierung vor, fahrlässig gehandelt zu haben.

Die Familie von Renée Good, die im Januar in Minneapolis von Bundesbeamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde, hat wegen ihrer Tötung Klage gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump eingereicht. In der Klage werden Vorwürfe wie Körperverletzung, tätlicher Angriff, Freiheitsberaubung, vorsätzliche Zufügung seelischen Leids und Fahrlässigkeit vorgebracht, die zum Tod der 37-Jährigen geführt hätten. Eingereicht wurde die Klage von Goods Bruder Brent Ganger sowie von ihrer Lebensgefährtin Becca Good. Die unbewaffnete Good wurde in ihrem Auto von einem ICE-Beamten mit drei Schüssen getötet. Die dreifache Mutter und ihre Partnerin hatten sich an einem der Proteste gegen maskierte und bewaffnete Bundesbeamte beteiligt, die nach Minnesota entsandt worden waren, um Migranten festzunehmen und abzuschieben. Der Vorfall hatte landesweite Proteste ausgelöst. Drei Wochen später wurde ein weiterer US-Bürger, Alex Pretti, von ICE-Beamten erschossen – ebenfalls in Minneapolis. In einer weiteren Klage werden die USA einer Verschwörung zur Einschränkung der Bürgerrechte beschuldigt. Diese Klage richtet sich gegen Jonathan Ross. Er ist der ICE-Beamte, der die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. In den beiden Klagen heißt es, dass Verantwortliche der Trump-Regierung fahrlässig gehandelt und die Bürgerrechte von Good und anderen Menschen in Minneapolis verletzt hätten. Es sind die ersten größeren Zivilklagen gegen Trump im Zusammenhang mit den Abschiebungseinsätzen in Minneapolis im vergangenen Winter, die den Namen »Operation Metro Surge« trugen. Goods Tod verschärfte in Minnesota und darüber hinaus die Proteste gegen die Einsätze, bei denen Tausende Einwanderungsbeamte zu Patrouillen auf den Straßen des Bundesstaates abgestellt wurden. Trump beendete den verstärkten Einsatz in Minnesota im Februar, sagt jedoch, seine einwanderungsfeindliche Politik sei für die Sicherheit der in den USA geborenen Amerikaner notwendig. US-Justizministerium behindert Staatsanwälte bei Ermittlungen Hochrangige Vertreter der Trump-Regierung bezeichneten Good zunächst als »inländische Terroristin«. Das US-Justizministerium hinderte anschließend Bundesstaatsanwälte in Minneapolis daran, gegen die an ihrer Tötung beteiligten Beamten zu ermitteln. Daraufhin traten aus Protest mindestens sechs Staatsanwälte zurück. Gegen keinen der beteiligten Beamten wurde bislang Anklage erhoben. Goods Tod wurde auf Videos festgehalten. Darauf ist zu sehen, wie sich der ICE-Beamte Jonathan Ross ihrem Auto nähert, das leicht quer auf der Straße stand. Ross ging zu Fuß um das Fahrzeug herum und filmte mit seinem Mobiltelefon. Auf diesem Video ist zu hören, wie Good in ihren letzten Worten zu Ross sagt: »Schon gut, Mann, ich bin dir nicht böse.« Wenige Augenblicke später nähert sich ein weiterer ICE-Beamter dem Auto und fordert Good auf auszusteigen. Sie ist dabei zu sehen, wie sie kurz zurücksetzt, dann den Vorwärtsgang einlegt und das Lenkrad nach rechts dreht – offenbar, um wegzufahren. Als das Auto anfährt, ruft Ross »Whoa!« und schießt in den Wagen. Er trifft Good dreimal: am Kopf, am Arm und am Oberkörper. Auch Minnesota klagt gegen Trump-Regierung Ross hat sich öffentlich weder zu Goods Tod noch zu seinem Verhalten an dem Tag geäußert. Das Heimatschutzministerium, dem ICE und weitere zuständige Behörden unterstehen, hat das Vorgehen von Ross und anderen Einwanderungsbeamten als gerechtfertigte Gewaltanwendung in gefährlichen Situationen verteidigt. Mary Moriarty, die ranghöchste Staatsanwältin in Minneapolis, ermittelt gegen die Beamten, die Good und Pretti erschossen haben. Die Ermittlungen kommen nur langsam voran, weil das Justizministerium seine übliche Zusammenarbeit mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden und den Austausch von Beweismitteln eingestellt hat. Minnesota hat die Trump-Regierung verklagt, um Zugang zu den Beweisen zu erhalten, die sie an den Tatorten gesammelt hat.