Zeit 21.03.2026
06:00 Uhr

Infrastruktur: Minister Crumbach: Ich war schon früher fleißiger Bahnfahrer


Infrastruktur: Minister Crumbach: Ich war schon früher fleißiger Bahnfahrer
Brandenburgs neuer Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hält die verschobene Fertigstellung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg nicht für akzeptabel. "Was sich die Bahn dort geleistet hat - dass aus ein paar Frosttagen sechs Wochen Verzögerung werden -, ist für mich nicht nachvollziehbar", sagte Crumbach der Deutschen Presse-Agentur. "Überschlägig waren es vielleicht zwei Wochen, in denen wirklich nicht gearbeitet werden konnte." Er sei aber "zunächst einmal froh, dass es mit dem 14. Juni endlich ein Datum für die Wiedereröffnung gibt". Die Deutsche Bahn hatte die für Ende April geplante Fertigstellung der Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin wegen der Winterwitterung verschoben. Die fünf Regierungschefs von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein hatten der Bahn ein Ultimatum für einen neuen Zeitplan gesetzt. Nun soll die Strecke am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen. Von Hamburg bis Hagenow Land in Mecklenburg-Vorpommern sollen bereits am 15. Mai wieder Züge fahren. Crumbach will mit der Bahn reden Der Verkehrsminister kritisierte die Reaktion der Bahn auf das Schreiben der Länder-Chefs. "Auch die Antwort auf den Brief der Ministerpräsidenten an die Bahn war nicht in Ordnung", sagte Crumbach. "Darüber werden wir gemeinsam mit der Bahn sprechen müssen." Bahnchefin Evelyn Palla hatte im Februar auf den Brief unter anderem geantwortet, die Verlegung von 740 Kilometern Kabel sei bei Schnee und Eis technisch schlicht nicht möglich. Trotz Kritik an der Bahn fährt Crumbach gern Zug. "Ich war schon früher ein sehr fleißiger Bahnfahrer, das Tramper-Monats-Ticket hatte ich nicht nur monatsweise, sondern jahreweise", sagte er. "Im Moment sitze ich zwar etwas häufiger im Auto, das liegt aber in der Natur des Amtes." Der neue Minister trat sein Amt am vergangenen Mittwoch an. Er ist Nachfolger von Detlef Tabbert. Ex-BSW-Politiker Crumbach war erst vor Kurzem wieder in die SPD eingetreten, in der er schon mehr als 40 Jahre Mitglied war. Er will bestehende Linien sichern Der Minister setzt im Nahverkehr vor allem auf den Erhalt vorhandener Strecken. "Beim Schienenpersonennahverkehr geht es darum, bestehende Linien zu sichern", sagte er. "Gerade im ländlichen Raum können viele Menschen nicht einfach ins Auto steigen, weil sie etwa im Alter nicht mehr fahren können. Meine Mutter ist 88 Jahre alt, sie ist Witwe und kann nicht Auto fahren, weil niemand mehr da ist, der sie fährt." Für solche Menschen seien Lösungen nötig. Das muss aus seiner Sicht nicht immer der Nahverkehr auf der Schiene sein. "Die Plus-Busse sind eine großartige Einrichtung - und davon hätte ich gerne deutlich mehr", sagte Crumbach. Plus-Busse fahren im Stundentakt und bieten direkte Anschlüsse zur Bahn. Aber: "Es wird nicht leicht, den Finanzminister von all diesen Wünschen zu überzeugen." Bis vor wenigen Tagen war Crumbach selbst Finanzminister gewesen. © dpa-infocom, dpa:260321-930-845827/1