Zeit 08.03.2026
19:17 Uhr

Irankrieg: Trump erhebt Drohungen gegen künftiges Oberhaupt des Iran


Der US-Präsident hat sich zum noch unbekannten Nachfolger von Ali Chamenei geäußert. Ohne Zustimmung der USA werde sich Irans neues Oberhaupt "nicht lange halten".

Irankrieg: Trump erhebt Drohungen gegen künftiges Oberhaupt des Iran
US-Präsident Donald Trump hat Drohungen gegen den noch nicht bekannten Nachfolger des getöteten iranischen Oberhaupts, Ajatollah Ali Chamenei, erhoben. Ohne die Zustimmung der US-Regierung werde sich der nächste Oberste Führer des Iran "nicht lange halten", sagte Trump dem Sender ABC News . Wer Chamenei beerben soll, ist derweil noch unklar. Der sogenannte Expertenrat, der für die Wahl des neuen Obersten Führers zuständig ist, hat sich offenbar bereits auf einen Nachfolger geeinigt, dies jedoch noch nicht offiziell bekanntgegeben. " Die Wahl zur Führungsperson hat stattgefunden und eine Führungsperson wurde ernannt", sagte das Gremiumsmitglied Alam al-Huda laut der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr. Andeutungen auf mögliche Wahl von Chameneis Sohn Die Nachrichtenagentur Isna zitierte ein Mitglied des Expertenrats, wonach sich "eine Mehrheit" auf den am "besten geeigneten Kandidaten" verständigt habe. Ein Mitglied deutete an, dass die Wahl auf Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei gefallen sei. Eine Bestätigung dafür steht aus. Das Ratsmitglied Hosseinali ​Eshkevari sagte in einem Video, das von iranischen Staatsmedien verbreitet wurde, dass der Name Chameneis "weiterleben" werde. Ob dies eine Anspielung auf die Wahl von dessen Sohn zum neuen Obersten Führer oder ein Zeichen des Respekts vor Chamenei gewesen ist, blieb offen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi nannte ebenfalls zunächst keinen Namen. Er verbat sich aber jegliches Mitspracherecht der US-Regierung, wie Trump es schon mehrfach gefordert hatte. "Wir erlauben niemandem, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen", sagte Araghtschi dem US-Sender NBC. Trump hatte sich bereits am Donnerstag zu dem möglichen Chamenei-Nachfolger geäußert. Chameneis Sohn sei für ihn "inakzeptabel", zitierte ihn die Plattform Axios. "Wir wollen jemanden, der dem Iran Harmonie und Frieden bringt." Modschtaba Chamenei kaum öffentlich in Erscheinung getreten In den vergangenen Jahren hatte Modschtaba Chamenei seinen Einfluss kontinuierlich ausgebaut, war öffentlich jedoch kaum in Erscheinung getreten. Berichten zufolge arbeitete er unter anderem im Büro des Obersten Führers. Beobachter rechnen damit, dass er im Fall einer Ernennung zum Nachfolger seines Vaters dessen repressiven Kurs zunächst fortsetzen würde. Bereits bei der Niederschlagung der sogenannten Grünen Bewegung im Jahr 2009, die nach Vorwürfen der Wahlfälschung bei der Präsidentschaftswahl entstanden war, soll Modschtaba Chamenei eine Schlüsselrolle gespielt haben. Nach der Tötung Ali Chameneis hatte zunächst ein dreiköpfiger Rat aus Präsident, Justizchef und einem Rechtsgelehrten des Wächterrats die Amtsgeschäfte übernommen. Gemäß der iranischen Verfassung bestimmen die 88 Geistlichen im Expertenrat das neue Staatsoberhaupt. Der oberste Führer der Islamischen Republik hat in allen politischen und militärischen Belangen das letzte Wort. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Irankrieg in unserem Liveblog.