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20.03.2026
11:59 Uhr
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Deutschland hat mehr als 90 gesetzliche Krankenkassen. Die Hausärzte fordern mit Verweis auf die Kosten eine Reduzierung der Anzahl und mehr Geld für die Versorgung.

Angesichts der steigenden Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung haben die Hausärzte gefordert, die Anzahl der Krankenkassen zu beschränken. "Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten", sagte der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, der Rheinischen Post . Mittelfristig müssten die Kassen ihre Verwaltungskosten halbieren. "Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren", sagte Blumenthal-Beier weiter. Kritik an Verwaltungskosten der Krankenversicherungen Die Präsidentin des Verbandes VdK, Verena Bentele, sagte der Rheinischen Post , dass es nicht mehr vermittelbar sei, dass es in Deutschland mehr als 90 gesetzliche Krankenkassen gebe. Diese Kleinteiligkeit schaffe unnötige Doppelstrukturen und binde erhebliche Beitragsmittel in der Verwaltung. Hier gehe es um Milliardenbeträge, die direkt in die Versorgung der Patientinnen und Patienten fließen sollten. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) mahnte ebenfalls, die Verwaltungsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung sei kritisch zu hinterfragen. Unterschiedliche Angebote und Strukturen könnten zwar sinnvoll sein, aber nur, wenn sie zu besseren Leistungen für Versicherte führen und Effizienz fördern, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Laut Engelmeier ist auch die Politik gefragt. Kostensenkungen bei den Verwaltungen der Kassen allein könnten die finanzielle Schieflage nicht lösen. Dafür brauche es auch einen dynamisierten Bundeszuschuss, eine gerechtere Beteiligung hoher Einkommen und einen fairen Finanzausgleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf sieben Prozent, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende. Ausgaben steigen stärker als Einnahmen Grund der Forderungen ist, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen im vergangenen Jahr stärker gestiegen sind als die Einnahmen. Auch deshalb berät eine Kommission im Auftrag von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) derzeit Maßnahmen für eine dauerhafte Stabilisierung der Beitragssätze. Ergebnisse sollen Ende des Monats vorgelegt werden. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen. Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich.