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16.08.2026
15:40 Uhr
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Nach israelischen Angriffen im Libanon mit Toten droht Verteidigungsminister Israel Katz der Hisbollah. Sollte diese Israelis gefährden, könne es weitere Angriffe geben.

Die israelische Armee hat weitere mögliche Angriffe gegen die libanesische Hisbollah-Miliz angekündigt, falls diese Israelis gefährde. »Keine Rechnung wird offen bleiben«, teilte Verteidigungsminister Israel Katz im Onlinedienst X mit. Bei israelischen Attacken am Samstag wurden nach israelischen Angaben zwei Hisbollah-Kommandeure getötet, es starben aber auch Frauen und Kinder. Nach israelischer Darstellung waren die Angriffe eine Reaktion auf den Einsatz von mit Sprengstoff bestückten Drohnen in der sogenannten Sicherheitszone im Süden des Libanon durch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Bei den Attacken waren demnach drei israelische Soldaten schwer verletzt worden, unter ihnen ein Offizier. Die von der israelischen Armee kontrollierte »Sicherheitszone« reicht etwa zehn Kilometer in den Libanon. Der stellvertretende Sonderkoordinator der Vereinten Nationen für den Libanon, Imran Riza, verurteilte den israelischen Angriff. »Kinder und Zivilisten zahlen weiterhin einen inakzeptablen Preis. Das humanitäre Völkerrecht ist eindeutig: Zivilisten müssen jederzeit geschützt werden«, sagte er. Libanesische Regierung spricht von »gefährlicher Eskalation« Einer der beiden getöteten Hisbollah-Kommandeure war israelischen Angaben zufolge Abu Hassan Alaa, ein Mitglied der Badr-Einheit. Er soll den Angaben nach an dem Einsatz mit Drohnen beteiligt gewesen sein, bei dem israelische Soldaten verletzt worden seien. Bei dem zweiten Ziel habe es sich um Ali Samir al-Hadsch Hassan gehandelt, ein Mitglied der Eliteeinheit Radwan. Vom libanesischen Gesundheitsministerium hieß es, bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der Ortschaft Ansar seien sieben Menschen getötet worden. Darunter hätten sich drei Kinder und zwei Frauen befunden. Der libanesische Präsident Joseph Aoun teilte mit, bei dem Angriff sei eine »ganze Familie« ausgelöscht worden. Ministerpräsident Nawaf Salam sagte, Israel müsse die »gefährliche Eskalation« beenden. Die israelische Armee teilte daraufhin mit, erst im Nachhinein erfahren zu haben, dass die Familie Hassans bei der Attacke in Ansar mit ihm im Haus gewesen sei. Die anderen Familienmitglieder seien nicht das Ziel gewesen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf der Hisbollah vor, Zivilisten bewusst Gefahren auszusetzen. Die Hisbollah wies den Vorwurf zurück und teilte ihrerseits mit, eine Familie sei auf Netanjahus Befehl »ausgelöscht« worden. Die Miliz drohte Israel mit Vergeltung. Weitere israelische Angriffe am Vortag Nach Angaben der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA hatte es am Samstag weitere israelische Angriffe gegeben. Diese seien im Gebirgskamm Ali al-Taher, einem strategisch wichtigen Hügel mit Blick auf das Gebiet von Nabatije verübt worden. Einen weiteren Luftangriff habe es in der Stadt Deir Sahrani gegeben. Bei letzterem wurden demnach vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt. Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die proiranische Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. Die Attacken vom Samstag sind die folgenschwersten seit der Einigung auf das Rahmenabkommen.