Zeit 27.09.2026
17:49 Uhr

Manipulationen an der Börse: Mehrere Festnahmen nach Manipulationsskandal in der Türkei


Mit falschen Fondsbewertungen sollen Milliardengewinne an der türkischen Börse erzielt worden sein. Vermögenswerte wurden eingefroren, dazu gab es mehr als 40 Festnahmen.

Manipulationen an der Börse: Mehrere Festnahmen nach Manipulationsskandal in der Türkei
Im Zuge eines Manipulationsskandals an der Börse sind in der Türkei mehrere Menschen festgenommen worden. Wie Finanzminister Akın Gürlek auf X mitteilte , wurden im Rahmen der Ermittlungen mindestens 45 Personen festgenommen, darunter Führungskräfte von Investmentfirmen. Zudem sei das Vermögen von 42 privaten Personen, 18 Fonds und 46 juristischen Personen eingefroren worden. Der Börsenskandal beschäftigt die türkischen Behörden seit Mitte September. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft ermittelt dazu unter anderem wegen Betrugs, Verstößen gegen das Kapitalmarktgesetz und Gründung einer kriminellen Vereinigung, sagte Gürlek. AKP-Politikerin tritt zurück Zuvor liquidierte die türkische Kapitalmarktbehörde SPK der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 131 Investmentfonds, in denen Medienberichten zufolge Vermögenswerte in Milliardenhöhe gebunden waren. Untersucht wird nun, ob die Fondsbewertungen an der Börse künstlich aufgebläht wurden, um höhere Gewinne zu erzielen. Mehr als 455.000 Anleger sind Anadolu zufolge betroffen, darunter auch zahlreiche Kleinanleger. Unterdessen trat Fatma Betül Sayan Kaya, die stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei AKP und ehemalige Familienministerin, von ihrem Posten zurück. Die größte Oppositionspartei Yeni hatte ihr vorgeworfen, kurz vor der Fondskrise mit Aktien hohe Gewinne erzielt zu haben. Auf X gab Sayan Kaya daraufhin ihren Rücktritt bekannt , äußerte sich jedoch nicht genauer zu den Vorwürfen gegen sie. Sie halte es für notwendig, »politische und moralische Verantwortung zu übernehmen« und ihr Amt nicht zu beschädigen, schrieb sie. Die Yeni-Partei sprach von einer schweren Krise und forderte die Regierung um Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf, die Anleger zu entschädigen. Erdoğan sprach von einem Problem, das nur einen begrenzten Bereich der Kapitalmärkte betreffe. Es bestehe kein Risiko für das Finanzsystem oder die türkische Wirtschaft. Viele Menschen in der Türkei investieren wegen der hohen Inflation ihr Erspartes in Aktiengeschäfte und hoffen, es so vor Wertverlust zu schützen.