Zeit 07.08.2026
22:34 Uhr

Niedrigwasser am Rhein: Mehrere Bundesländer setzen Sonntagsfahrverbot für Lkw-Transporte aus


Rheinland-Pfalz, NRW, Niedersachsen und das Saarland wollen Lieferengpässe wegen des Niedrigwassers vermeiden. Dafür erlauben die Länder Lkw-Transporte an Sonntagen.

Niedrigwasser am Rhein: Mehrere Bundesländer setzen Sonntagsfahrverbot für Lkw-Transporte aus
Wegen des anhaltenden Niedrigwassers im Rhein lockern mehrere Bundesländer vorübergehend das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für bestimmte Lastwagen . So sollen Waren, die wegen der niedrigen Wasserstände nicht oder nur eingeschränkt per Schiff transportiert werden können, stattdessen leichter auf der Straße ans Ziel gelangen. Die Ausnahmeregelungen gelten bereits ab diesem Wochenende in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und dem Saarland. Die Ausnahme betrifft Lkw-Fahrten, die direkt oder indirekt mit den Einschränkungen auf dem Rhein zusammenhängen. Dazu zählen sowohl Transporte von Gütern, die normalerweise per Schiff befördert würden, als auch notwendige Leerfahrten im Zusammenhang mit diesen Ersatztransporten. Für Großraum- und Schwertransporte gelten die Ausnahmeregelungen nicht. Verkehrsministerien wollen Lieferketten aufrechterhalten »Die Einschränkungen stellen viele Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen«, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). »Mit dieser Ausnahmeregelung stellen wir sicher, dass Lieferketten aufrechterhalten und Versorgungsengpässe vermieden werden können.« Die Regel ist in NRW zunächst bis zum 31. August beschränkt. In Rheinland-Pfalz gelten die Regeln ab sofort bis längstens 30. September. Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf (CDU) sagte, man schaffe nun die nötigen Spielräume. Wenn Transporte auf dem Rhein nur eingeschränkt möglich seien, müssten andere Verkehrsträger flexibel unterstützen können. Rheinland-Pfalz hat sich nach Angaben von Staatssekretär Wolf bei der Ausnahmeregelung mit anderen Ländern abgestimmt. Dadurch werde ermöglicht, die Warenströme trotz der Einschränkungen auf dem Rhein aufrechtzuerhalten. Niedrigwasser könnte Wirtschaftswachstum deutlich bremsen Die derzeit außergewöhnlich niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massengütertransporte angewiesen sind. Das Niedrigwasser in deutschen Flüssen könnte nach Einschätzung von Ökonomen das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr verringern oder gar zunichtemachen. Ein Grund für das historische Niedrigwasser ist die extreme Dürre, von der aktuell der Süden Deutschlands und das Ursprungsgebiet des Rheins in der Schweiz betroffen ist. Durch den Klimawandel werden Extremwetterereignisse wie Dürren häufiger und extremer.