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28.09.2026
19:39 Uhr
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Der CDU-Politiker Philipp Amthor ließ sich einen Strandkorb auf den Balkon seines Büros im Kanzleramt liefern. Nach viel Kritik ging das Möbelstück zurück an die Ostsee.

Staatsminister Philipp Amthor (CDU) hat sich aus Mecklenburg-Vorpommern einen Strandkorb ins Kanzleramt liefern lassen und damit in den sozialen Medien viel Spott auf sich gezogen. Daraus zog er Konsequenzen und ließ das »Stück Heimat« – wie dessen Verkäufer sagte – wieder aus der Regierungszentrale abtransportieren, wie ein Sprecher in der Bundespressekonferenz mitteilte. Amthor nehme die an ihn gerichtete Kritik ernst und habe sich daher zu diesem Schritt entschieden. Amthor stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Strandkörbe die Strände an der Ostseeküste säumen. Das maritime Ruhemöbel hatte er den Angaben zufolge für sein Büro im Kanzleramt privat gekauft und auch Anlieferung sowie Aufbau selbst bezahlt. Der Strandkorb stehe für den CDU-Politiker für eine Verbundenheit mit seiner Heimat, führte der Regierungssprecher aus. Amthor ist seit knapp zwei Monaten Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. In der zweiten Staffel der Doku-Serie Inside CDU des ZDF ist zu sehen, wie der Strandkorb angeliefert und auf dem Balkon neben seinem Büro platziert wird. Ein Instagram-Beitrag von ZDF heute zu Amthor bei Inside CDU wurde bis Montagmittag rund 2.000 Mal kommentiert. Einige Nutzerinnen und Nutzer warfen ihm Überheblichkeit vor, einer sprach von »spätrömischer Dekadenz im Endstadium«. Andere hielten die Strandkorb-Lieferung ins Kanzleramt zuerst für Satire oder für eine KI-generierte Täuschung. Strandkorb-Verkäufer hält Debatte für überzogen Der Verkäufer, der Amthor den Strandkorb ins Kanzleramt geliefert hatte, kritisierte die Diskussion um das Möbelstück als »völlig übertrieben«. Die Fakten seien bislang zu kurz gekommen, sagte Dirk Mund, freiberuflicher Vertriebler, der Nachrichtenagentur dpa. »Philipp war es wichtig, dass es ein ganz einfaches Modell ist – ein Stück Heimat, so wie er am Strand steht.« Dementsprechend habe Amthor »wirklich das Einfachste und Schlichteste gekriegt«. Das Modell heiße Original Heringsdorfer. Auf der Hersteller-Website wird das Modell mit einem Kaufpreis von rund 1.600 Euro geführt – zuzüglich Versandkosten. Vom Hersteller stammte auch der sechs Meter lange Riesenstrandkorb für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Auf ihm hatten die Mächtigen der Welt zusammen mit der damaligen Kanzlerin Angela Merkel Platz genommen. »Korbwerk ist ja die älteste Strandkorbmanufaktur Deutschlands und auch der Welt«, sagte Mund. Ursprünglich war der Strandkorb laut dem Vertriebler noch für das Digitalministerium in Berlin gedacht, wo Amthor vor seinem Wechsel ins Kanzleramt Staatssekretär war. Nach seiner Ernennung zum Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen sei der Korb dann ins Kanzleramt geliefert worden. »Philipp hat auch keinen Sonderpreis gekriegt«, sagte Mund, der selbst CDU-Mitglied ist.