Zeit 29.09.2026
19:08 Uhr

Premier League: Kommission befindet Manchester City in Finanzskandal für schuldig


Seit vergangener Woche wurde darüber spekuliert, nun gibt es Gewissheit: ManCity ist in allen Anklagepunkten wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln schuldig.

Premier League: Kommission befindet Manchester City in Finanzskandal für schuldig
Der englische Fußballklub Manchester City ist wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln offiziell für schuldig befunden worden. Der Klub sei in allen Anklagepunkten im Zusammenhang mit den Finanzregeln schuldig, zudem in den meisten Punkten in Bezug auf die mangelnde Kooperation bei den Ermittlungen, teilte die höchste englische Profiliga Premier League mit . Der Schuldspruch ist das Ergebnis der vierjährigen Untersuchung durch eine unabhängige Kommission. Welche Konsequenzen City nun drohen, ist bislang nicht abzusehen. Wiederholt wurden Vergleiche zum FC Everton und Nottingham Forest gezogen; beide Vereine waren in der Saison 2023/24 wegen einzelner Verstöße gegen das Financial Fair Play mit Punktabzügen belegt worden. Die Vorwürfe gegen ManCity haben jedoch eine deutlich größere Dimension. Über die Strafe gegen den Ex-Verein von Trainer Pep Guardiola wird in einer gesonderten Anhörung entschieden. Medienberichten zufolge könnten die Sanktionen von Geldstrafen und Punktabzügen bis zur Aberkennung der in dem betroffenen Zeitraum gewonnenen Titel reichen. Auch die Möglichkeit eines Zwangsabstiegs und ein Ausschluss aus der Liga sind grundsätzlich denkbar. City beteuert, unschuldig zu sein Der Verein kann gegen die Feststellungen Berufung einlegen. In einer Stellungnahme kündigte ManCity an , die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen. Man sei enttäuscht und überrascht – der Klub sei »unschuldig hinsichtlich der von der Liga erhobenen Vorwürfe«. Die Entscheidung enthalte »wesentliche Fehler in rechtlicher Hinsicht sowie bei Grundsätzen und Tatsachen« und sei daher nicht tragfähig. Die Premier League kündigte an, den Rest des Verfahrens zügig voranzutreiben, um Liga, Fans und Vereinen Klarheit zu verschaffen. Am Freitag waren die Vorwürfe gegen den zehnmaligen englischen Meister erstmals an die Öffentlichkeit gelangt. The Athletic berichtete, City sei in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig. Die Vorwürfe betreffen die Geschäfte der Klubbesitzer um Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi , die ManCity 2008 übernommen hatten. Konkret geht es um den Zeitraum von der Saison 2009/10 bis zur Spielzeit 2017/18. In dieser Zeit gewann der Klub dreimal die Meisterschaft. Klub soll »Scheinverträge« abgeschlossen haben Die Vorwürfe gegen City reichen von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter. Der Klub habe unter anderem durch »Scheinverträge« mit Sponsoren die Einnahmen künstlich erhöht und seine Kosten gesenkt, teilte die Premier League mit. Laut der unabhängigen Kommission handelte es sich um eine Summe von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro. Zudem habe City falsche Jahresabschlüsse eingereicht sowie den tatsächlichen Zustand der Finanzen verschleiert. Damit habe der Klub gegen Ausgabenlimits der Liga und der Uefa verstoßen. Die unabhängige Kommission kam dadurch zu dem Schluss, dass ManCity »eindeutig beabsichtigt hat, die Regeln der Premier League zu umgehen«. Ligachef spricht vom bedeutendsten Disziplinarverfahren der Geschichte Richard Masters, Geschäftsführer der Premier League, sagte, es gehöre zu den Kernaufgaben der Liga, »sicherzustellen, dass die von den Vereinen selbst verabschiedeten Regeln eingehalten werden, um die Integrität des Wettbewerbs zu schützen«. Das Disziplinarverfahren und die Entscheidung gegen Manchester City seien »die bedeutendsten in der Geschichte der Premier League«. Lisa Nandy, Abgeordnete und Staatssekretärin für Kultur, Medien und Sport in Großbritannien, sagte der BBC, der Bericht der Premier League sei »unglaublich ernst und ernüchternd«. Er bereite Fans von Manchester City und allen Fans des Premier-League-Fußballs große Sorgen. Die Premier League hatte ManCity im Februar 2023 nach mehrjährigen Ermittlungen angeklagt. Ausgelöst wurden diese 2018 durch die Enthüllungen der »Football Leaks« im Spiegel . Es ist nicht das erste Mal, dass City bestraft wird. 2020 hatte die Uefa den Klub wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play für zwei Jahre von den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hob die Sperre auf und senkte die Geldstrafe von 30 auf 10 Millionen Euro.