Zeit 02.10.2026
16:16 Uhr

Pünktlichkeit der Deutschen Bahn: Fast jeder zweite Fernzug der DB im September verspätet


Die Deutsche Bahn ist von ihrem Pünktlichkeitsziel nach wie vor weit entfernt. Auch im September kam nahezu jeder zweite Fernzug mit Verspätung ans Ziel.

Pünktlichkeit der Deutschen Bahn: Fast jeder zweite Fernzug der DB im September verspätet
Auch im September hatte fast jeder zweite Fernverkehrszug der Deutschen Bahn Verspätung. Die Pünktlichkeitsquote habe sich nach vorläufigen Daten von 54,2 Prozent im August auf 52,4 Prozent im vergangenen Monat verschlechtert, teilte die Bahn mit. Zur Begründung hieß es, das hohe Baupensum in Verkehrsknoten und auf Hauptrouten sowie eine anhaltend hohe Zahl von Anlagenstörungen minderten die Pünktlichkeit, insbesondere im langlaufenden Fernverkehr. Zwischen Berlin und Wolfsburg etwa hätten ICE-Züge wegen des schlechten Zustands der Strecken vielerorts langsamer fahren müssen, erklärte die Bahn. Der Korridor ist Teil der Strecke Hannover–Berlin , die seit diesem Freitag gesperrt ist und umfassend saniert werden soll. Die Arbeiten sollen bis Ende 2027 dauern. Die Züge werden in dieser Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet und brauchen somit zwischen Berlin und Hannover rund 80 Minuten länger. Für den Nahverkehr werden Busse als Ersatz eingesetzt. Pünktlichkeitsziel von Bahnchefin wird wohl verfehlt Die Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr der Bahn waren mit der ersten Hitzewelle im Juni auf 52,6 Prozent gesunken und im Juli auf diesem Niveau geblieben. Im Mai waren noch 61,1 Prozent der Züge pünktlich gewesen, im April 64,4 Prozent. Bahnchefin Evelyn Palla hat für das laufende Jahr ein Pünktlichkeitsziel von mindestens 60 Prozent im Fernverkehr ausgegeben. Es ist bereits absehbar, dass dieses Ziel nicht erreicht wird. Als verspätet gilt ein Zug bei der Bahn ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Zugausfälle sind dabei nicht berücksichtigt. Sie werden dafür jedoch in die sogenannte Reisendenpünktlichkeit einbezogen. Diese gibt an, wie groß der Anteil der Reisenden war, die in einem bestimmten Zeitraum pünktlich – das heißt mit höchstens 14 Minuten und 59 Sekunden Verspätung – an ihrem Ziel ankamen. Mit 58,6 Prozent verharrte auch dieser Wert im September auf einem äußerst niedrigen Niveau. Im Interview der Woche der ARD kündigte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger an, in drei Jahren könnten Bahnkunden aufatmen. 2029 solle das Pünktlichkeitsziel im Fernverkehr bei 70 Prozent liegen. »Diese spürbare Verbesserung will ich erreichen«, sagte Bilger.