Zeit 16.03.2026
18:59 Uhr

Statistik: Kirchen verlieren weiter Mitglieder in Sachsen-Anhalt


Statistik: Kirchen verlieren weiter Mitglieder in Sachsen-Anhalt
Im vergangenen Jahr sind in Sachsen-Anhalt rund 1.000 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Landesweit gab es nach vorläufigen Zahlen 2025 damit insgesamt 61.306 Katholikinnen und Katholiken, wie die Deutsche Bischofskonferenz mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Kirche ähnliche Austrittszahlen (2024: 1.000) vermeldet und damals noch 63.342 Mitglieder gezählt. Neben 12 Eintritten hat es im vergangenen Jahr demnach 9 Wiederaufnahmen gegeben. Außerdem wirkten sich auch Sterbefälle sowie Zu- und Wegzüge auf die Entwicklung der Mitgliederzahl aus, hieß es auf Nachfrage. Von den Katholikinnen und Katholiken ging im vergangenen Jahr den Angaben nach nur ein Bruchteil (10,3 Prozent) zu Gottesdiensten. Deutlich häufiger als für Taufen (176), Kommunionen (255) und Trauungen (47) kamen Menschen in den katholischen Kirchen für Bestattungen (511) zusammen. Auch Evangelische Kirche vermeldet Zahlenrückgang Der hauptsächlich in Thüringen und Sachsen-Anhalt vertretenen Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) gehörten im vergangenen Jahr nach aktuellem Stand 552.320 Menschen an. Das waren 21.457 Kirchenmitglieder weniger als noch ein Jahr zuvor. Neben 9.264 Austritten und 14.189 Sterbefälle gab es 2.593 Taufen. Zudem seien 323 Wiedereintritte verzeichnet worden – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ermutige dazu, dass die Bemühungen um die Rückgewinnung von ausgetretenen Menschen intensiviert werden sollten, sagte Oberkirchenrätin Petra Schwermann, Dezernentin für Gemeinde und Bildung im Landeskirchenamt der EKM. Auch deutschlandweit hatte sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche einen Rückgang der Mitgliederzahlen vermeldet. Bundesweit sind demnach mehr als 600.000 Menschen im vergangenen Jahr aus den beiden großen Kirchen ausgetreten. Außer durch Austritte verlieren die Kirchen jedes Jahr auch Hunderttausende Mitglieder durch Sterbefälle. Geburten und Eintritte können dies bei weitem nicht aufwiegen. © dpa-infocom, dpa:260316-930-823880/2