Zeit 15.08.2026
12:36 Uhr

Steffen Krach: Berliner SPD-Spitzenkandidat kritisiert Parteispitze um Lars Klingbeil


Vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin fordert der SPD-Kandidat Steffen Krach einen »Kurswechsel« der Bundespartei. Er kritisiert unter anderem Kürzungen beim Wohngeld.

Steffen Krach: Berliner SPD-Spitzenkandidat kritisiert Parteispitze um Lars Klingbeil
Berlins kommissarischer SPD-Chef und Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, hat die Bundesspitze seiner Partei zu einer Kursänderung aufgefordert. »Wir müssen, glaube ich, insgesamt zu einem Kurswechsel kommen«, sagte er im Deutschlandfunk . »Wenn 80 Prozent der Deutschen sagen, dass das Reformpaket, was Anfang Juli vorgestellt wurde, in die falsche Richtung geht und zurzeit unausgewogen ist, dann kann man sich ja nicht hinstellen (...) und sagen, es ist alles richtig.« Gerade die SPD wolle schließlich für soziale Gerechtigkeit stehen. Den Kurswechsel will Krach auf verschiedenen Ebenen sehen. So forderte er erneut, die geplanten Kürzungen beim Wohngeld rückgängig zu machen. »Das trifft häufig Alleinerziehende, viele Rentnerinnen und Rentner, die sich eben die Miete nicht mehr leisten können«, sagte er. Die Kürzungen träfen zudem viele Menschen, die hart arbeiteten, und den Zuschuss benötigten. »Ich halte das wirklich für den absolut falschen Weg«, sagte er. »Und ich erwarte auch, dass das im parlamentarischen Verfahren noch geändert wird.« Die Koalition hatte im Zuge ihrer Haushaltsdebatten eine Änderung des Wohngeldanspruches beschlossen . Zu Forderungen nach einem Personalwechsel an der Parteispitze äußerte sich Krach dagegen zurückhaltend. »Wir werden mit internen Personaldebatten niemanden überzeugen. Wir werden die Menschen wieder überzeugen mit Inhalten«, sagte er. Die innerparteiliche Kritik an den SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas hatte zuletzt für Furor in der Partei gesorgt und Rücktrittegerüchte befeuert . Krach tritt im Herbst als Spitzenkandidat der SPD bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September an . Die bisher mitregierende SPD kommt aktuellen Umfragen zufolge noch auf 14 Prozent und liegt damit aktuell auf Platz 5 – hinter der Linken, CDU, AfD und den Grünen.